Klassenspiele
Am Ende der Klassenlehrerzeit (8. Klasse) und am Ende der gesamten Waldorfschulzeit (12. Klasse) steht jeweils ein umfangreiches Theaterprojekt. Lehrer und Klasse suchen sich ein Theaterstück aus, verteilen die Rollen (in der Regel mit zwei Besetzungen), lernen die Texte und studieren dann das Stück (mit fachlicher Unterstützung) ein. Hinzu kommen noch Aufgabenbereiche wie Bühnenbild, Beleuchtung, Requisiten, Kostüme und Schminken. Auch das Erstellen von Plakaten und Programmen sowie die Pressearbeit sind zu erledigen. Während die Schüler der 8. Klasse bei diesen "Rahmenarbeiten" noch durch Lehrer und Eltern unterstützt werden, sollen die Schüler der 12. Klasse das komplette Projekt einschließlich seiner Planung weitgehend selbstständig erledigen. Dies macht deutlich, warum die erfolgreiche Bewältigung eines Klassenspielprojekts in der 12. Klasse Bestandteil des Waldorfschulabschlusses ist. Die Klassenspiele sind aber noch weit mehr als nur anspruchsvolle "Projekte". Theaterarbeit an der Waldorfschule ist ein ganz wesentliches Element zur Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung und zur Ausbildung sozialer Kompetenzen. So geht es für die Schüler der 8. Klasse darum, schon einmal in spielerischer Weise das Erwachsensein zu erfahren - der dadurch ausgelöste Entwicklungsschub ist denn auch immer sehr deutlich zu spüren. Zur 12. Klasse gehört es ganz wesentlich, im Theaterspiel die Fähigkeit einzuüben, den eigen Standpunkt aufzugeben und sich in einen anderen Menschen "hineinzuversetzen"...