Wie läuft das eigentlich ab mit der Einschulung in die Waldorfschule?
Der
ideale Zeitpunkt für den Schuleintritt fällt zusammen mit dem
beginnenden Zahnwechsel. Mit der Ausbildung der bleibenden Zähne ist
eine besonders wichtige Phase der kindlichen Entwicklung abgeschlossen:
der Aufbau des Körpers und seiner Organe. Nun werden innere
Entwicklungskräfte frei, die als Lernkräfte genutzt werden können. Eine
zu frühe Einschulung kann da nur schädlich sein.
Deshalb wird die Feststellung der Schulreife an der Waldorfschule besonders ernst genommen.
Nach der - zunächst noch für beide Seiten unverbindlichen - Anmeldung werden etwa im
Februar alle angemeldeten Kinder zusammengebracht zur so genannten
"Gruppenaufnahme", in der u.a. die motorischen Fähigkeiten aber auch
das Verhalten in einer Gruppe getestet werden. Einige Zeit später
führen dann drei Mitglieder des Kollegiums
ausführliche Einzelgespräche mit den Eltern, bei denen das Kind zum
Teil anwesend ist, zum Teil aber in einem anderen Raum eigene Aufgaben
zu bewältigen hat. Auf diesem Hintergrund wird dann durch das Kollegium
die Entscheidung über eine Aufnahme gefällt.
Den Eltern einer
neuen ersten Klasse werden darüber hinaus verschiedene Gelegenheiten
(Vorträge, Gesprächsabende) geboten, sich ausgiebig über die Grundlagen
der Waldorfpädagogik zu informieren, auch Elternabende finden bereits vor der eigentlichen Einschulung statt. Wir als
Schulgemeinschaft legen großen Wert darauf, dass künftige
Waldorf-Eltern sich möglichst intensiv mit Fragen der Waldorfpädagogik
beschäftigen und ihre Entscheidung für unsere Schule sorgfältig
durchdacht haben. Dies kann auch mithilfe der umfangreichen Fachliteratur geschehen,
Noch nicht schulreifen Kindern kann in der Regel ein Platz in einem unserer Waldorfkindergärten angeboten werden, wo sie auch von Schulseite her betreut werden können.
Ist
die Entscheidung über eine Einschulung von beiden Seiten her gefallen,
dann wird ein Schulvertrag geschlossen, was gleichzeitig auch mit der
individuellen Festlegung des notwendigen Schulbeitrags
verbunden ist. Die pädagogische Entscheidung über eine Aufnahme findet
also vollkommen unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der
Eltern statt und hat damit nichts zu tun.